Farbenfrohes Laufen in der dunklen Jahreszeit

Wir haben tiefsten Herbst, gefühlt schon beinahe Winter. Gegen 8 Uhr wird es erst richtig hell, 16 Uhr schon wieder dunkel. Winterhalbjahr heißt für mich, zumindest innerhalb der Woche, Tageslicht sehe ich nur während meiner Arbeitszeit. Auf Dauer wird das ziemlich trist, denn diese Farblosigkeit schlägt mir spürbar aufs Gemüt. Ich bin schläfriger und das Schlimmste ist, ich habe mehr Heißhunger auf Schokolade als in der hellen Jahreshälfte. Da hilft nur Eines: rein in die Laufklamotten und los!

Jedoch ist das leichter gesagt als getan. Den Schokoriegel und die Couch im warmen Wohnzimmer gegen Laufen in der Dunkelheit, bei 3°C und Niederschlag irgendwo zwischen Niesel und Regen einzutauschen, bedeutet wahrlich einen Kampf gegen einen riesigen inneren Schweinehund zu führen. Aber glaubt mir, dieser Kampf lohnt sich!

Einfach los!

Für mich klappt es am besten, sobald ich von Arbeit nach Hause komme, sofort in die Laufsachen zu schlüpfen. Manchmal lasse ich beim Wassertrinken vor dem Start die Gedanken zur letzten Laufeinheit schweifen und erinnere mich daran, wie gut ich mich danach gefühlt habe. Also los! Schon der erste Schritt ist eine Wohltat und lässt allen Überwindungskampf nur wenige Minuten zuvor vergessen. Die Luft ist herrlich frisch. Vor den Zeiten von Corona begegnete ich beim Laufen in der dunklen Jahreszeit nur wenigen anderen Läufern. Die „Schönwetterläufer“ sind für gewöhnlich während der Wintermonate auf dem Laufband im stickigen Fitnessstudio oder gehen einem anderen Sport nach.

In der aktuellen Zeit ist das Bild ein etwas anderes. Wir befinden uns zurzeit in einem „Lockdown Light“. Fitnessstudios und Sportvereine haben geschlossen. Individualsport ist weiterhin erlaubt, also auch das Laufen. Somit weichen viele auf diese Sportart aus. So schade es auch ist, dass viele andere Sportarten zurzeit nicht ausgeübt werden können. Ich freue mich über den Effekt, dass ich dadurch auf den typischen beleuchteten Laufstrecken häufiger anderen Sportlern begegne als in den vergangenen Jahren. Ich fühle mich sicherer. Übrigens, für mich als regelmäßige Läuferin lassen sich die „Läufer aufgrund fehlender Alternativen“ wie folgt erkennen: Die einen grüßen zurück, wenn ich die Hand hebe oder mit dem Kopf nicke zum Gruß. Die anderen nicht. Sie sind meist im (gedanklichen) Tunnel. 😉 Über das Laufen in Zeiten von Corona habe ich bereits vor einiger Zeit einen Beitrag geschrieben, der nach wie vor aktuell ist.

Laufen bei Nacht an der Fontaine in Halle

Glückshormone nach dem Lauf

Wieder zurück zu Hause sprudeln die Endorphine nur so. Die Welt wirkt wieder etwas bunter. Ich fühle mich gestärkt nach einer solchen Laufeinheit, denn ganz nebenbei habe ich etwas Gutes für mein Immunsystem getan. Das trifft jedoch nur zu, wenn man sich nach dem Laufen in der Kälte richtig verhält.

Ihr solltet so schnell wie möglich rein ins Warme gehen. Der Schweiß kühlt auf der Haut extrem schnell aus und man fängt an zu frieren. Die Erkältungsviren warten nur auf solche Gelegenheiten! Sobald ihr drin seid, zieht sofort einige Schichten aus und vollzieht erst dann eure Kraft- und/oder Dehneinheiten. Anschließend solltet ihr nicht bummeln, sondern erstmal unter die warme Dusche, bevor ihr beispielsweise etwas esst. Ich gönne mir vor allem im Winter gerne ein ausgiebiges Bad. Das ist für mich eine schöne Belohnung nach einem langen Lauf. Das Bad lockert wunderbar die Muskulatur und wärmt zugleich, falls man doch etwas zu lange nach dem Laufen in den verschwitzten Klamotten geblieben ist.

Erleuchtende Farben im Laufsport!

Nun aber noch einmal einige Schritte zurück. Mehr Farbe bringt ihr nicht nur mental durch die Liebe zum Laufen in die dunkle Jahreszeit. Nein, auch im wörtlichen Sinne gibt es viele Möglichkeiten. Laufen kann so schön bunt sein. Neongelb, blau, lila, grün, pink, knallrot – ganz egal, traut euch einfach! Hier könnt ihr mal so richtig Farbe bekennen, was sonst im Alltag oder auf Arbeit vielleicht für fragende Blicke sorgen würde.

Wir Läufer haben also eine Mission: Wir bringen Farbe in die tristen, grauen Städte und Parks in der dunklen Jahreshälfte. Denn wer sonst könnte das so gut tun wie wir? 😊

Der Effekt des Ganzen ist nicht ganz unwichtig. Wir werden in der Dunkelheit besser wahrgenommen. Andere Verkehrsteilnehmer auf dem Fahrrad oder im Auto erkennen uns schon von weitem. Es ist also auch ein Aspekt der Sicherheit. Perfekt ist, wenn dazu auch Reflexionsstreifen, -nähte oder -aufdrucke in die Kleidung eingearbeitet sind. Beim Kauf darauf zu achten, kann euch im Winter vor einigen brenzligen Situationen bewahren. Ich selbst habe es bereits aus der Perspektive eines Radfahrers im Stadtpark erlebt. Die Läufer mit reflektierenden Details und auffälligen Farben sehe ich rechtzeitig und kann sicher ausweichen. Oftmals begegne ich allerdings Läufern in dunkler Kleidung. Trotz Licht am Fahrrad sind diese erst im letzten Moment erkennbar – wahre Schrecksekunden! An alle, die sich an dieser Stelle ertappt fühlen: Das ist wirklich gefährlich! Für euch selbst sowie für andere Verkehrsteilnehmer. Also nehmt euch diese Tipps bitte zu Herzen.

Im Laufe des Herbstes und Winters gebe ich weitere Tipps, wie ihr euch das Laufen in der dunklen Jahreszeit und bei Kälte verschönern und erleichtern könnt. Also bleibt gespannt.

© Einstiegsfoto: Thomas Spangenberg, Blogografie.de – Vielen Dank dafür!

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